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Gesundheitseffekte bei Kindern durch Radfahren

Die Reduktion von Alltagsbewegung bei Kindern und Jugendlichen durch vermehrte sitzende und liegende Freizeitaktivitäten führt zu negativen Gesundheitsfolgen. Mag. Hans-Christian Miko von der Medizinischen Universität Wien legt in dieser Präsentation, die er für den Unterausschuss Radverkehr des österreichischen Verkehrsministeriums (BMVIT) erstellt hat, evidenzbasierte wissenschaftliche Studien über die Wirksamkeit von Radfahren als Gesundheitsmittel dar: DOWNLOAD PDF

Zu wenig Bewegung in der Jugend

Dass Bewegungsmangel einen der schwerwiegendsten Risikofaktoren für die gesundheitliche Entwicklung im Kindes- und Jugendalter darstellt, haben 2004 die Studien von Hurrelmann bzw. Hollmann belegt. Da man weiß, dass nur 17,4% der 11 bis 17-jährigen in Österreich die empfohlene tägliche relevante Bewegungszeit erfüllen, wird der Handlungsbedarf umso deutlicher.

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Anteil der Kinder, die die Bewegungsempfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erfüllen. Nach Altersgruppe und Geschlecht.

Da kommt nun Radfahren auf ärztliche Empfehlung ins Spiel: Evidenzbasierte wissenschaftliche Studien belegen, dass regelmäßige Bewegung das Risiko für chronische Erkrankungen reduziert. Besonders die wissenschaftlichen Arbeiten von Anderson (2000) bzw. Anderson & Cooper (2010) kamen zu dem Schluss, dass Kinder und Jugendliche, die den Weg zur Schule regelmäßig mit dem Fahrrad zurücklegen, ein besseres Fitnessniveau und günstigeres kardiovaskuläres Risikoprofil aufweisen als die nicht radelnde Vergleichsgruppe.

Über einen Beobachtungszeitraum von mehr als 14 Jahren mit mehr als 30.000 TeilnehmerInnen zeigten Anderson et al., dass das relative Sterberisiko („all cause mortality“) für RadfahrerInnen im Vergleich zu Nicht-RadfahrerInnen durch die positive Gesundheitseffekte um 28% reduziert ist.

Gerade bei Kindern liegt starke Evidenz für u.a. verbesserte kardiorespiratorische Fitness und Zunahme der Knochendichte durch regelmäßige Bewegung wie Radfahren vor. Beruhigend ist dabei, dass wissenschaftlich belegt ist, dass die positiven Effekte des Radfahrens gegenüber den Risiken durch eine erhöhte Schadstoffbelastung und ein erhöhtes Unfallrisiko überwiegen, wie De Hartog et al. im Jahre 2010 bewiesen.

Studie hier zum DOWNLOAD

 

Veröffentlicht am 28. April 2016