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Super Radwege: Schnell unterwegs auf Langstrecken

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Hochrangige Radinfrastruktur steht aktuell im internationalen Fokus. In ganz Europa werden Radschnellwege mit hohen qualitativen Ansprüchen und ebenso hohen Anforderungen an Verkehrsbudgets konzipiert. Soeben wurden die Wiener Planungskriterien für Radlangstrecken veröffentlicht. Daran zeigt sich, dass Qualität Ansprüche an zukünftige Raumnutzung über Land als auch an die nötige Umverteilungsbereitschaft in engeren Innenstädten mit sich bringt. Verkehrspolitisch stellt sich daher allerorts die Frage, wo die Grenze des guten Kompromisses verläuft.

Ausgehend von den beispielhaften Rad-Nationen Dänemark und Niederlande entstehen in Europa zahlreiche Initiativen für schnelle, qualitativ hochwertige Radinfrastruktur. Die „Cykelsuperstier“ genannten Radschnellwege in Kopenhagen, die “Cycle Superhighways” in London und der Radschnellweg Ruhr “RS1” gehören zu den bekanntesten Projekten, die bereits umgesetzt werden

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Beispiel Niederlande: Radschnellweg Nijmegen-Arnhem

Dabei lassen auch die dafür bereitgestellten Budgets weltweit aufhorchen: London baut um eine Milliarde Euro die zweite, verbesserte Generation der Cycle Superhighways, Norwegens Städte bekommen 850 Millionen Euro für Radschnellwege, Paris investiert 150 Millionen Euro in die Verdopplung des Radwegenetzes, inklusive der Errichtung innerstädtischer Radschnellwege.

Wien plant Rad-Langstrecken

Auch das Wiener Radwegenetz soll durch sogenannte „Rad-Langstreckenverbindungen“ attraktiviert werden. Das Radkompetenz-Mitglied Verkehrsplanungsbüro Rosinak & Partner hat dafür im Auftrag der Stadt Wien drei Radrouten ausgearbeitet, die künftig das Umland Wiens mit dem Stadtzentrum besser – das heißt in optimierter Reisezeit und qualitativ hochwertig – verbinden sollen. Vor kurzem wurden die Qualitätskriterien für Rad-Langstreckenverbindungen auf der Website der Stadt Wien veröffentlicht und damit einer Fachdiskussion zugänglich gemacht.

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Die Ansprüche in der gewünschten Kategorie “ausgezeichnete Qualität” sind mit 4 Metern Breite auf Zwei-Richtungs-Radwegen hoch, im Kompromissbereich mit 2 Metern Breite bzw. Mischverkehr mit maximal 30 FußgängerInnen pro 5 Minuten bieten sie Anlass für aktuelle Diskussionen. Alle Details und Fußnoten finden Sie HIER.

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Das Wiener Fachkonzept Mobilität, das im Dezember 2014 vom Gemeinderat beschlossen wurde, sieht vor, dass die Route Süd bis 2018 als erste in der angestrebten Qualität nutzbar sein soll. Bis 2025 sollen weitere Routen umgesetzt werden, insbesondere die Routen Nord und West. Eine Fortsetzung der Rad-Langstrecken ins Umland wurde mit dem Bundesland Niederösterreich und dessen Langstreckenplanung namens „RADLGrundnetz“ abgestimmt.

Schweizer Velobahnen

In der Schweiz ist derzeit eine Forschungsarbeit „Hinweise für die Planung von Veloschnellrouten (Velobahnen) in Städten und Agglomerationen“ in Ausarbeitung. Michael Szeiler von Rosinak & Partner führt dafür als externer Berater eine Expert Review durch. Die eidgenössichen Ergebnisse und Empfehlungen werden mit Spannung erwartet, Radkompetenz Österreich wird sie  sobald als möglich präsentieren.

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Eine Velobahn in der finnischen Hauptstadt Helsinki als Vorbild für die Schweiz?
(Bild: Keystone via NZZ)

Die Planungskriterien für Wiener Radschnellwege finden Sie HIER.

 

Veröffentlicht am 28. April 2016