Aktuelles

Wegweisende Radlkarte und Qualitätskriterien in Vorarlberg und Salzburg

vbg_arbeit_gut

Aktuelle Entwicklungen in den beiden österreichischen Vorzeige-Radländern Vorarlberg und Salzburg belegen eindrücklich, wodurch Rahmenbedingungen für den Radverkehr verbessert werden können: Zeitgemäße Informationssysteme und anspruchsvolle Infrastruktur. Radkompetenz-Mitglied Z_GIS, der Interfakultäre Fachbereich Geoinformatik der Uni Salzburg,  hat mit der Radlkarte ein umfassendes Informationsportal entwickelt. Vorarlberg erstellte ein vorbildliches Erreichbarkeitsmodell für den Alltagsradverkehr.

Salzburger Radlkarte mit vier Spezialfeatures

Am Radvernetzungstreffen des Landes Salzburgs wurde die aktuelle Entwicklungsstufe des Radroutenplaners „Radlkarte Salzburg“ für das gesamte Bundesland Salzburg sowie vier angrenzenden Gemeinden in Bayern von Z_GIS präsentiert. Diese weist Eigenschaften auf, die in anderen Radroutenplanern nicht zu finden sind: Qualitätsprüfung und Modellierung der Radrouten zur Steigerung der Plausibilität des Ergebnisses; ein umfangreiches Modell, welches die Routen hinsichtlich der Verkehrssicherheit optimiert.; detaillierte Steigungsinformation, die durchschnittlich verbrannten Kalorien und die finanziellen Einsparungen im Vergleich zum amtlichen Kilometergeld sowie die Integration hoch genauer Wetterdaten.

radlkarte

Martin Loidl von Z_GIS freut sich hier, „dass es uns nicht nur gelungen ist, ein viel beachtetes Fahrradrouting zu entwickeln, sondern räumliche Information als elementaren Bestandteil einer umfassenden Radverkehrsförderung zu positionieren.

Qualitätsbewertung des Vorarlberger Radverkehrsnetzes

Nirgendwo in Österreich fahren die Menschen so viel und so gerne mit dem Fahrrad wie in Vorarlberg. Um das große Potenzial des Radverkehrs auch im Alltag möglichst gut zu nutzen,  hat die Landesregierung ein Erreichbarkeitsmodell für den Alltagsradverkehr erarbeiten lassen.
Die Ergebnisse zeigen sehr gute Erreichbarkeiten in bestimmten Regionen und Handlungsbedarf in der Etablierung von attraktiven Schnellverbindungen für den Arbeitspendlerverkehr. Die im Projekt durchgeführte systematische Analyse und Aufarbeitung der Radverkehrsqualität des gesamten Vorarlberger Straßen und Wegenetzes ist laut Landesrat Johannes Rauch in dieser Form österreichweit einzigartig.

Im Erreichbarkeitsmodell QUARAVO wurde die Eignung des Vorarlberger Siedlungsraums für
den Alltagsradverkehr bewertet. Als Datengrundlage wurden GIS-Daten der Vorarlberger Landesregierung sowie die Open Street Map (OSM) herangezogen. Wichtige Alltagsziele wie Kinderbetreuungsstätten und Nahversorger sind für Vorarlberger Radfahrerinnen und Radfahrer vor allem im nördlichen Rheintal bereits sehr gut erreichbar, wie die grafische Darstellung von Stärken und Verbesserungspotential zeigt:

vbg_alltagswege

Die Studienergebnisse zeigen beeindruckendes: 70 Prozent der VorarlbergerInnen leben in Siedlungsräumen mit guter oder sehr guter Raderreichbarkeitsqualität. 94 Prozent der VorarlbergerInnen und Vorarlberger können in zehn Minuten eine Kinderbetreuungsstätte erreichen. Jedoch ist die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen im Raum Feldkirch – Walgau noch verbesserungsbedürftig:

vbg_arbeit

Mehr Details zur Vorarlberger Studie finden Sie HIER.

 

Veröffentlicht am 16. Juni 2016