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Gendered Sharrows: Innovative Bodenmarkierung erstmals im Einsatz

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Sharrows sind eine Bodenmarkierung zur Lenkung des Radverkehrs, durch die RadfahrerInnen im Straßenraum sichtbar gemacht werden. Im niederösterreichischen Mödling ist zur Verbindung von Bahnhof und Höherer Technischer Lehranstalt (HTL) nun auf Grundlage der Planung des Radkompetenz-Mitglieds Rosinak & Partner eine neue Form der Markierung im Einsatz, die auch weibliche RadfahrerInnen ansprechen soll. Dieser innovative Einsatz auf einem wichtigen Schulweg wird von einer Wirksamkeitsstudie begleitet.

Sharrows werden international immer häufiger eingesetzt. Ausgehend von den USA und Kanada fanden sie nach Europa, vor allem nach  Frankreich, Belgien, Tschechien oder Slowenien. Auch in Österreich gibt es bereits einige gelungene Beispiele, wie in Tulln/Niederösterreich oder in Reutte/Tirol, wo Radkompetenz-Mitglied Planoptimo Büro Köll für erstmaligen Einsatz in Österreich sorgte. Eine Wirkunsgsstudie der Stadt Wien aus dem Jahr 2015 belegt die positiven Effekte ähnlicher Bodenmarkierungen (ARTIKEL). Durch den Einsatz von Sharrows achten AutofahrerInnen besser auf RadfahrerInnen. Letztere halten den Sicherheitsabstand zu parkenden Autos besser ein und entgehen so der Gefahr, von einer plötzlich geöffneten Autotüre parkender Pkw gefährdet zu werden („Dooring“).

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Sharrows im verkehrsberuhigten Bereich der 30 km/h Zone erhöhen das sichere Miteinander vom KfZ und Rad.

Mödlinger Schulweg mit Sharrow gestaltet

In Mödling in Niederösterreich wurden im August 2016 entlang einer neu ausgewiesenen Radroute zwischen dem Bahnhof und der HTL  via Goethestraße und Franz Schubert Gasse erstmals diese großformatigen Sharrows markiert. Das Verkehrsplanungsbüro Rosinak & Partner hat gemeinsam mit der Stadtgemeinde Mödling und dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) eine eigene, identitätsstiftende Markierung entwickelt und ihr einen Namen gegeben: Die „Mödlinger Sharrows“.

Abmessungen und Aussehen der Bodenmarkierung wurden auf Basis der Erfahrungen in anderen Städten optimiert. Die Form entspricht aber absichtlich nicht dem standardisierten Fahrradpiktogramm gemäß Bodenmarkierungsverordnung, um Verwechslungen mit Radfahrstreifen zu vermeiden. Und nicht zuletzt setzen die „Mödlinger Sharrows“ auch ein wichtiges gesellschaftspolitisches Statement: Es gibt männliche und weibliche Sharrows! Diese wurden abwechselnd in gleichem Verhältnis markiert.

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Was bedeuten die Sharrows nun für die VerkehrsteilnehmerInnen?

Die Sharrows wurden auf der Fahrbahn in Nebenstraßen markiert, wo der Platz für die Errichtung von eigenen Radwegen oder Radfahrstreifen nicht ausreicht aber das Radfahren im Mischverkehr mit Autos auf der Fahrbahn sicherer gestaltet werden soll. Der Autoverkehr kann weiterhin wie bisher und ohne Einschränkung fließen. Im Rahmen einer Vorher-Nachher-Untersuchung durch das KfV wird die Umsetzung der „Mödlinger Sharrows“ wissenschaftlich begleitet und deren Wirkung untersucht. Radkompetenz Österreich wird vom Ergebnis berichten!

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Die Abmessungen der Sharrow-Markierung im Straßenquerschnitt. (C) Rosinak & Partner

 

Veröffentlicht am 13. September 2016