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Kosten-Nutzen-Analyse bei Radwegebau: Nutzen doppelt so hoch

Das Radkompetenz-Mitglied komobile Gmunden führte im Auftrag der Stadt Salzburg eine Potenzialuntersuchung für den Ausbau der Premium-Radroute Salzburg – Freilassing durch. Erstmals in Österreich kam dabei eine Kosten-Nutzen-Analyse in Anlehnung an die deutsche standardisierte Bewertung bzw. die österreichischen Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen (RVS) zur Anwendung. Das Ergebnis: Investitionen in den Radverkehr sind volkswirtschaftlich hoch rentabel – die Nutzen sind doppelt so hoch wie die Kosten.premiumradverbindung_planung-01

Die knapp 7 Kilometer lange Premium-Radverbindung Salzburg – Freilassing wurde in den letzten Jahren ausgebaut und stellt eine schnelle Verbindung in den Westen der Stadt und über die Staatsgrenze nach Freilassing dar. Sie soll durch eine neue Saalachbrücke und weitere Investitionen noch attraktiviert werden. Die gesamtwirtschaftliche Rentabilität dieser Investition konnte nachgewiesen werden.

Radverkehrsinvestition bringt doppelten Nutzen

Konkreter Anlass der Untersuchung war die Frage, ob der Bau einer neuen Saalachbrücke wirtschaftlich zu rechtfertigen ist. Dazu wurden die Verlagerungspotenziale vom Autoverkehr auf den Radverkehr bestimmt und der monetarisierte volkswirtschaftliche Nutzen der Maßnahme den Kosten gegenüber gestellt. Berücksichtigt wurden dabei die Aspekte Verkehrssicherheit, Umweltschutz, Klimaschutz, Gesundheitskosten, Reisezeiten und Einsparungen im Bereich der Auto-Infrastruktur.

Errechnet wurde ein Nutzen-Kosten-Verhältnis von 2,01, d.h. der Nutzen beträgt das 2,01-fache der Kosten. Im Zuge der Sensitivitätsanalyse wurde durch Variation der Annahmen und Eingangsgrößen eine Schwankungsbreite von 1,5 bis 3,4 abgesichert. Die Ergebnisse und Annahmen wurden in einer Arbeitsgruppe mit allen Stakeholdern dieses grenzüberschreitenden Projektes diskutiert und abgestimmt.

Die gesamtwirtschaftliche Bewertung von Investitionen in die Radinfrastruktur kann politische Entscheidungen erleichtern, da der Nutzen den Kosten nachvollziehbar gegenübergestellt wird. Auch ein Vergleich von Einzelprojekten untereinander bezüglich gesamtwirtschaftlicher Effizienz ist möglich.

 

Veröffentlicht am 13. September 2016