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Forschungsprojekt GISMO: Gesünder durch aktiven Arbeitsweg

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Dass Bewegung gesund ist, ist allgemein bekannt. Doch viel zu selten wird in diesem Zusammenhang das Potenzial des Arbeitsweges als Möglichkeit zur aktiven Fortbewegung wahrgenommen und genutzt. Das Forschungsprojekt GISMO, unter Leitung des Radkompetenzmitglieds Z-GIS (Fachbereich Geoinformatik an der Universität Salzburg), untersucht nun die gesundheitlichen Effekte, wenn der Arbeitsweg mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegt wird.

Aus der aktuellen Mobilitätserhebung „Österreich unterwegs“ geht hervor, dass 60% der Arbeitswege mit dem eigenen PKW zurückgelegt werden. Bedenkt man, dass eine Mehrheit der Wege insgesamt weniger als 10 Kilometer lang sind, liegt es nahe, den Arbeitsweg für positive Gesundheitseffekte zu nutzen.  Genau an dieser Schnittstelle von gesundheitlicher Prävention und Pendelmobilität versucht das Forschungsprojekt GISMO (Geographical Information Support for Healthy Mobility) eine Evidenzgrundlage für unterstützendes und aktivierendes betriebliches Mobilitätsmanagement zu schaffen.

Das vom BMVIT im Rahmen des Programms „Mobilität der Zukunft“ geförderte Projekt unter der Leitung des Radkompetenzmitglieds Z_GIS, führt sportmedizinische und geoinformatische Expertisen sowie Erfahrungen im betrieblichen Mobilitätsmanagement in bisher einzigartiger Weise zusammen.

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In einem ersten Projektteil wird der gesundheitliche Effekt von Interventionen zur Förderung aktiver Mobilität in einer klinischen Studie quantitativ festgestellt. Dazu ändern die an der Studie teilnehmenden MitarbeiterInnen des Landeskrankenhauses Salzburg (SALK) ihr Mobilitätsverhalten gezielt in Richtung aktive Mobilität (Fuß- und Radverkehr, zum Teil kombiniert mit ÖV). Sportmedizinische Eingangs- und Ausgangsuntersuchungen können etwaige Änderungen des Gesamtgesundheitszustandes nach einem Jahr feststellen. Die daraus abgeleiteten Maßzahlen werden in weiterer Folge mit räumlichen Daten in einem umfangreichen Modell zusammengeführt, um die gesundheitlichen Effekte verschiedener Transportmittel am Weg zur Arbeit ausgeben zu können. Über eine Web-basierte Informationsplattform, die im Rahmen des Projekts konzipiert wird, wird diese Information als Evidenzgrundlage für ArbeitnehmerInnen und ArbeitgeberInnen bereitgestellt.

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Damit können Fragen beantwortet werden wie: „Welchen gesundheitlichen Effekt darf ich erwarten, wenn ich statt mit dem Auto mit dem Fahrrad zur Arbeit fahre?“ oder „Um wie viel gesünder ist es, zwei Haltestellen früher aus dem Bus zu steigen und den Rest zu Fuß zu gehen?“. Für Arbeitgeber bzw. für ein betriebliches Mobilitätsmanagement steht mit der Information zu den gesundheitlichen Effekten aktiver Pendlermobilität eine Evidenzgrundlage zur Verfügung, die den zielgerichteten Einsatz von Mitteln erleichtert. So kann beispielsweise aus den Informationen abgeleitet werden, um wie viel sich die Krankenstandstage durchschnittlich verringern, wenn jede/r MitarbeiterIn, die innerhalb von 10 km vom Arbeitsplatz wohnt, ein Fahrrad erhält und dieses für einen bestimmten Anteil der Wege benützt.

Dem interdisziplinären Charakter der Fragestellung entsprechend vereint das Konsortium dieses Forschungsprojekts sehr unterschiedliche Expertisen. Um die gesundheitlichen Effekte feststellen zu können, bringen das Herzzentrum des Universitätsspitals Zürich und das Universitätsinstitut für präventive und rehabilitative Sportmedizin der SALK ihr Know-how ein. Herry Consult, ebenfalls Mitglied der Radkompetenz Österreich, bereichert das Konsortium mit den umfangreichen Erfahrungen im Bereich der Mobilitätserhebung des betrieblichen Mobilitätsmanagements. Neben dem Projektleiter Z_GIS bringt das Studio iSPACE der Research Studio Austria Forschungsgesellschaft seine Kompetenz im Bereich der räumlichen Modellierung und Analyse ein. Die Firma TraffiCon GmbH konzipiert die interaktive Informationsplattform, in der bestehende und neu entwickelte Webservices benutzerfreundlich miteinander verbunden werden.

Alle Informationen zum Projekt können auf der Webseite www.gismoproject.com abgerufen werden.

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Veröffentlicht am 26. Januar 2017