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Salzburger Rad-Offensive: Strategie setzt Impulse

Die Stadt Salzburg hat ihre neue richtungsweisende Radstragie präsentiert. Die Basis für die ambitionierten Ziele bildet die angekündigte Budgetverdoppelung.  Salzburg ist ja mit 20% Radverkehrsanteil bereits jetzt eine der Vorzeigestädte Österreichs. Mit der Radverkehrsstrategie 2025+ soll der Radverkehr in Salzburg einen starken Impuls bekommen und bis 2025 auf mindestens 24% steigen. Mit zusätzlichen reduzierenden Maßnahmen für den Autoverkehr wären sogar bis zu 28 % Radverkehrsanteil möglich. Die beiden Radkompetenz-Mitglieder Rosinak & Partner und Z_GIS haben maßgeblich an der Erstellung der Radstrategie mitgewirkt. Drei Highlights: Öffentliches Radverleihssytem, Premiumradweg nach Freilassing, Optimierung des Winterdienstes.

Salzburgs Bürgermeister Heinz Schaden sieht für den Radverkehr in der Stadt Salzburg „eine große Zukunft vor sich. Wir sind, österreichweit betrachtet, schon sehr gut unterwegs, gewinnen auch immer wieder Preise für unsere Bemühungen. Aber: Wenn ich etwa an Holland denke, ist da doch noch einiges drinnen.“ Ein Schwerpunkt der Radstrategie ist die Aufstockung von Ressourcen. Das jährliche Radverkehrsbudget der Stadt soll von 1 Mio € auf 2 Mio € verdoppelt werden, größere Baumaßnahmen werden extra budgetiert. Des Weiteren werden eine Personalaufstockung und eine Erhöhung des Planungs- und Kommunikationsbudgets vorgeschlagen. Um auch die Einnahmen entsprechend zu erhöhen, sollen alle Förderprogramme des Bundes und der EU umfassend genutzt werden.

salzburgverdoppelt

Radverkehrsstrategie 2025+ mit Radkompetenz

In einem gemeinsamen Amtsbericht legten Planungsstadtrat Johann Padutsch und Baustadträtin Barbara Unterkofler die „Radverkehrsstrategie 2025+“ der Stadt vor. Die Radstrategie wurde von Radkompetenz-Mitglied Verkehrsplaner Rosinak & Partner mit wissenschaftlicher Unterstützung durch den Fachbereich Geoinformatik, Z_GIS der Universität Salzburg in enger Zusammenarbeit mit den Fachabteilungen der Stadt Salzburg erstellt. Auch die Radlobby Salzburg war in den Entstehungsprozess integriert. Der erste Beschluss des nun vorliegenden Amtsberichts wird im Planungsausschuss erfolgen. Endgültig beschlossen wird er dann im Salzburger Gemeinderat Anfang Juli.

Rad-Anteil aktuell bei 20 Prozent

Aktuell werden rund 100.000 Wege pro Tag in der Stadt Salzburg mit dem Fahrrad zurückgelegt. Das entspricht einem Anteil von 20 Prozent am Modal-Split. Für 45 Prozent der Strecken wird das Auto benutzt. 15 Prozent der Wege werden mit Öffis zurückgelegt und 20 Prozent zu Fuß. Angesichts optimaler Voraussetzungen fürs Radfahren (kurze Distanzen, kaum Steigungen, Entfernung vom Zentrum an die Stadtgrenze nur 5 km) wären prinzipiell, wie in diversen Vorbild-Städten, Radfahranteile von 30 bis 40 Prozent drinnen, so die Stadt Salzburg in ihrer Presseaussendung am 27.6.2017. Besonders beachtenswert: wenn das Maximalziel von +8% Radverkehrsanteil erreicht würde, kann der Auto-Anteil („MIV“) auf 37% sinken.

Die Salzburger Radstrategie mit dem Motto „Mehr Mobilität für alle“ umfasst folgende sechs Handlungsfelder:

  1. Neue Radwege und eine sichere, komfortable Rad-Infrastruktur
  2. Optimierung des Fahrradparkens
  3. Mehr Information, Kommunikation und Kooperationen
  4. Radverkehr multimodal denken
  5. Gelebte Radkultur in Politik & Verwaltung
  6. Monitoring, Evaluierung und wissenschaftliche Begleitung

Für die folgenden drei Jahre setzt die Stadt Salzburg auf folgende Leitprojekte:

  • Ausbau eines intuitiven, sicheren und komfortablen Hauptradwege-Netzes samt Optimierung des Winterdienstes
  • Einführung des Leihradsystem „S-Bike“, in der ersten Ausbaustufe mit 50 Stationen und 500 Fahrrädern
  • Umsetzung des ersten Premiumradwegs ins Salzburger Umland nach Freilassing mit neuer Brücke über die Saalach als „Modell“ für die Bedeutung des Radverkehrs
  • Veranstaltung des österreichischen „Radgipfels 2018“, der größten Fahrradkonferenz, als Impulsgeber für die Radverkehrsförderung
  • Kampagnen und Öffentlichkeitsarbeit für mehr Radverkehr

Darauf aufbauend wird bis zum Herbst 2017 ein konkretes Maßnahmenprogramm
ausgearbeitet. Peter Weiss, der langjährige erfolgreiche Radverkehrskoordinator Stadt Salzburg, begrüßt die Personalerhöhung, die mit der Budgetverdoppelung einhergehen soll: „Nach 26 Jahren Einzelkampf bin ich froh, mit der neuen Strategie endlich im Team für den Radverkehr arbeiten zu können.

Die gesamte Radstrategie finden Sie hier zum Download:
PDF Radstrategie 2025 der Stadt Salzburg

Projektleitung:
Josef Reithofer, Stadt Salzburg, MA 5 und Peter Weiss, Stadt Salzburg, MA 6 mit Beteilgung von u.a. Ursula Hemetsberger, Radbeauftragte Land Salzburg

Auftragnehmerin:
Rosinak & Partner ZT GmbH (Michael Szeiler, Andrea Weninger)
Wissenschaftliche Begleitung Universität Salzburg Z_GIS (Martin Loidl, Ursula Witzmann-Müller, Bernhard Zagel)

RadstrategieSalzburg2_StadtSalzburg2017

Fotos und Grafiken: Stadt Salzburg/Radstrategie Salzburg

Veröffentlicht am 28. Juni 2017