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Vorarlbergs neue Radstrategie: Ketten-Reaktion

Mehr Radverkehr als Beitrag zur Verbesserung der Lebensqualität in den Dörfern und Städten Vorarlbergs: Dieses Ziel haben sich Land und Gemeindeverband mit der neuen Radverkehrsstrategie „Ketten-Reaktion“ gesetzt, die am 9. Oktober 2017 präsentiert wurde. Der Maßnahmenmix reicht von Radschnellverbindungen über radfreundliche Ortsgestaltungen, Vorrang für Rad und Öffentlichen Verkehr bis zu Leihradangeboten. Die “Ketten-Reaktion” enthält 124 Maßnahmen in 17 Kapiteln, die bis 2027 umgesetzt werden sollen, und ist damit Nachfolgerin der Radverkehrsstrategie „Frischer Wind“, die 2005 ins Leben gerufen wurde.  .

Vorarlbergs Mobilitätslandesrat Rauch zitiert bei der Präsentation die Bürgermeisterin von Utrecht: „Das Fahrrad ist ein Wundermittel, es hat nur Vorteile“ und legt damit die Latte hoch. Im österreichischen Kontext zu Recht, denn Vorarlberg hat unter den Bundesländern österreichweit eine Vorreiterrolle in der Radverkehrsförderung eingenommen. Nun soll diese ausgebaut werden: „Mit der ‚Ketten-Reaktion‘ wollen wir ein Startsignal für die Verankerung des Fahrrads als Alltagsverkehrsmittel setzen„, so Rauch.

Schwerpunkte von Infrastruktur bis Rechtssituation

Laut „Ketten-Reaktion“ sollen 200 km des etwa 850 km umfassenden Landesradroutennetzes zu Radschnellverbindungen entwickelt werden. Fahrradstraßen oder Begegnungszonen, aber auch attraktive Abstellmöglichkeiten sind im Fokus.  Dazu sind verstärkte Kooperationen in den Gemeinden zur Verbesserung der Abstellsituation an Arbeitsplätzen, Supermärkten oder Wohnbauten geplant.

Im Kapitel zu Gesetzen und Normen werden erstmals in Österreich von einer Landesregierung heiße Themen wie Abbiegen bei Rot und Steuergleichstellungen avisiert: Eine „Prüfung, ob ohne Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit Radfahrenden an ausgewählten, geprüften Kreuzungen das Abbiegen bei Rot bzw. das Geradeausfahren bei Rot durch ein eigenes Schild
ermöglicht werden könnte“ und „steuerlichen Gleichstellung betrieblich
genutzter Fahrräder und Elektro-Fahrräder zum Elektro-Auto“ werden eingefordert. (S. 56/57)

Download der Broschüre HIER

Veröffentlicht am 16. Oktober 2017