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Radfahren motiviert Frauen mit Migrationshintergrund

Die neue Broschüre „Radfahren verbindet“ des Klimafonds basiert auf Studienergebnissen des Forschungsprojekets „MigRad“, das vom Institut für Höhere Studien IHS gemeinsam mit einem Konsortium zum Thema Mobilität und Gesundheit von Frauen mit Migrationshintergrund durchgeführt wurde. Dabei hatte auch das Radkompetenz-Mitglied Radlobby mit dessen Kursprogramm „Frauen in Fahrt“ eine Schlüsselrolle. Die Broschüre finden Sie bei uns zum Download, ebenso wird sie vom Klimafonds an Gemeinden und Organisationen versendet.

Broschüre „Radfahren verbindet“

Die Broschüre bietet Anregungen für Organisationen und Personen der Bereiche Klimaschutz, Nachhaltigkeit, Mobilität, Integration & Frauen- und Gesundheitsförderung, die radinteressierte Frauen dabei unterstützen wollen, Radfahren zu lernen und dieses Verkehrsmittel in ihren Alltag zu integrieren. Damit sind positive Effekte in den Handlungsfeldern Gesundheit, Klima, Mobilität und Integration erzielbar.

Die Gestaltung umweltverträglicher und bedürfnisorientierter Mobilitätslösungen ist für die Umsetzung der Vorhaben der Pariser Klimakonferenz essentiell, so hält der Klimafonds in seinem Vorwort fest: „Bis 2050 sollen die Treibhausgasemissionen in den Industrieländern und damit auch in Österreich um mindestens 80 Prozent reduziert werden. Um diese ambitionierten Ziele erreichen zu können ist es notwendig, im Bereich Mobilität den Umstieg stärker als bisher voranzutreiben. Die gezielte Förderung emissionsloser Mobilitätsformen wie zu Fuß gehen und Radfahren gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung.

Alle sozialen Gruppen sollten daher in einer zielgruppenadäquaten Form mit Motivationsmaßnahmen für nachhaltige Mobilität adressiert werden, auch bisher weniger beachtete Zielgruppen wie beispielsweise Frauen mit Migrationshintergrund. . Dabei helfen Erkenntnisse über sozialen Gruppen wie die nun vorliegenden Forschungsergebnisse zur Mobilität von Frauen mit Migrationshintergrund, die das Konsortium um Astrid Segert vom Institut für Höhere Studien und Eliza Brunmayr von der Radlobby erarbeitet hat. Das Forschungsprojekt „MigRad – Migrantinnen erobern das Fahrrad“ ging dabei der Frage nach, ob Frauen mit Migrationshintergrund Interesse am Radfahren haben und welche Rahmenbedingungen sie brauchen

Zentrales Ergebnis der Studie

Viele Frauen mit Migrationshintergrund würden gerne Radfahren, sie werden aber daran durch vielfältige Barrieren teils ein Leben lang gehindert: Das Radfahren wurde in der Kindheit nicht erlernt. Die Frauen haben kein eigenes Rad und oft auch keinen Zugang zu einem Leihrad. Wenn sich das Umfeld aber ändert, werden bisher blockierte latente Bedürfnisse geweckt, und viele Frauen werden aktiv.

Die Überwindung der Vielfalt an Barrieren erfordert ein modulares Fördersystem:

  1. Erwachsenenradkurse mit unterschiedlichen Lernniveaus speziell für Frauen
  2. Hilfe beim Zugang zu einem fahrtüchtigen Fahrrad
  3. Bewusstseinsbildende und motivationsfördernde Events, um Ängste abzubauen und die Motivation, Rad zu fahren, zu stärken

Modell: Modulares Fördersystem für radinteressierte Frauen laut Studie „MigRad“

Forschungsergebnis zu Gesundheitslevel

Migrantinnen, die gern Radfahren würden, sind nicht selten unschlüssig, ob das gut für ihre Gesundheit ist. Daher ist Aufklärungsarbeit wichtig, dass Radfahren gesund noch mehr Wirkungen hat als nur gesund zu halten: Es kann helfen, gesundheitliche Belastungen zu lindern oder zu überwinden.

Mit dem Gesundheitszustand in Österreich lebender MigrantInnen befasste sich 2015 detailliert ein von der Arbeiterkammer Wien und dem Bundesministerium für Gesundheit in Auftrag gegebener Bericht (Anzenberger et al. 2015). Dabei wurde festgestellt, dass Personen mit Migrationshintergrund in Österreich seltener einen sehr guten oder guten Gesundheitszustand angeben als Personen ohne Migrationshintergrund.

Im Detail leiden Migrantinnen vergleichsweise häufiger unter:

  • Diabetes
  • Bluthochdruck
  • Adipositas
  • Schilddrüsenerkrankungen
  • orthopädischen Erkrankungen
  • psychischen Erkrankungen.

Alle diese Erkrankungen können durch mehr und gezielte Bewegung wie eben Radfahren positiv beeinflusst werden. Doch dieser Sachverhalt muss vielen Frauen erst bewusst gemacht werden, dund abei hilft die vorliegende Studie.

DOWNLOAD STUDIE: Broschüre „Radfahren verbindet“

 

Veröffentlicht am 22. November 2017