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Radkompetenz: Bündelung der besten und innovativsten Player

Wenn die Megacity Moskau nun ans Fahrrad als Verkehrsmittel denkt, steckt Wiener Know-How im zugrundeliegenden Masterplan. Konsumententests in den USA haben eine österreichische Kinderradmarke auf den ersten Platz gereiht. Berliner RadlerInnen navigieren  mit einer App aus Graz auf ihren Smartphones durch die Stadt. Nicht nur, dass Österreich als Fahrradverkehrsland in Europa unter den Top 7 liegt und die Radverkehrszahlen unter anderem in Wien kontinuierlich steigen, haben sich auch Unternehmen aus dem Radbereich internationales Renommée erarbeitet. Daraus resultierte die Gründung der neuen Unternehmerplattform „Radkompetenz Österreich“, die bei der Velo-city Konferenz 2015 internationale Premiere feierte.

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Unter diesen innovativen Playern befinden sich Rosinak & Partner, die den Rad-Masterplan Moskau erstellt haben; WOOM, die das bessere Kinderrad von Wien aus auf den nordamerikanischen Markt brachten; und die  Bike Citzens aus Graz, die Fahrradbotengespür für die beste Route auf Android übersetzen. Das gemeinsame Ziel der 17 Gründungsmitglieder der Radkompetenz Österreich ist die Verbesserung des Radverkehrs durch Innovationen – und das nicht nur hierzulande, sondern auch in anderen Regionen, die Österreich als Best Practice-Beispiel heranziehen wollen.

Beispiele innovativer Errungenschaften anderer Kooperationspartner gibt es z.B. auch aus dem Bereich interaktive Karten und Fahrraddaten. So hat das AIT Austrian Institute for Technology sich die anonymisierten Daten der Radlobby-Motivationskampagne „Radelt zur Arbeit“ zu Nutze gemacht, um die „CycleTripMap“ zu entwickeln. Damit lässt sich ablesen, wo Radverkehr in der Stadt fließt und welche Routen bevorzugt gewählt werden. Das ermöglicht Gemeinden eine bessere Planung.

Eine Idee zur sicheren Fahrradverwahrung, die ebenfalls für andere Städte in anderen Ländern interessant ist, kommt auch aus Österreich und zwar von der Innovametall. „Safetydock“ heißt die Fahrradgarage mit Auflademöglichkeit für Elektrofahrzeuge und einbaubarer Verleihfunktion.

Durch die stärkere Vernetzung der Radkompetenz-Partner untereinander und auch auf internationaler Ebene könnte eventuell in Zukunft eine Abstellanlage der Firma Ziegler Außenanlagen neben der „Wiener Pumpe“ von UUBS in einer Stadt stehen, die einen von komobile entwickelten Radfahr-Masterplan wie auch das Land Salzburg anwendet und die Straßen z.B. mit Hilfe des Ingenieurbüro Köll fahrradfreundlicher gestaltet hat.

Auf diesen könnte dann zum Beispiel das soeben mit dem Red Dot Deisgn Award ausgezeichnete Faltrad von Vello fahren, oder ein von Kaloveo ausgeborgtes E-Leihrad, die mit ihrem Saisonkonzept Gemeinden und Hotels jedes Jahr die neuesten E-Bike-Modelle zur Verfügung stellen.

Die Forschungsgesellschaft Mobilität FGM-AMOR hat unterdessen untersucht, warum Fahrradstraßen noch so wenig von Gemeinden genutzt werden. Das Ergebnis: Es gibt noch zu viele Unklarheiten in der Umsetzung und vor allem in den Übergangszonen zu anderen Verkehrsflächen. Mehr dazu auch in der Neuauflage der BMVIT-Broschüre „Neue Wege zur Förderung des Radverkehrs in Gemeinden“, die von FGM-AMOR erstellt wird und im Sommer publiziert wird.

Internationale Beachtung hat bei der Velocity-Konferenz in Nantes auch das Radfahrprogramm für Migrantinnen, das von der Radlobby Österreich entwickelt wurde. Für viele der Frauen bedeutet Radfahren Emanzipation, wie auch eine akademische Evaluation des Programmes bestätigte. Die Radlobby ist übrigens auch die Ideengeberin für Radkompetenz Österreich gewesen und konnte die klimaaktiv mobil-Initiative des BMLUFW als Förderpartner gewinnen.

Know-How aus Österreich können sich heimische und ausländische Gemeinden und Städte auch z.B. bei Herry Consult holen, die sich mit der Verbesserung der Fahrradverkehrinfrastruktur beschäftigen. Oder aber auf rechtlicher Ebene von der Anwaltskanzlei Pepelnik & Karl, die sich u.a. auf Radrechts-Fragen spezialisiert haben – und auch ein Solarbetriebenes Caférad ihr Eigen nennen!

Veröffentlicht am 1. Juli 2015