Aktuelles

Projekt Gismo: Demo-Version und Einladung zum Expertenworkshop

Seit Herbst 2016 arbeiten ForscherInnen aus unterschiedlichsten Fachbereichen unter der Leitung des Radkompetenz-Mitglieds Z_GIS (Universität Salzburg) an Lösungen zur Forcierung aktiver, gesunder Pendelmobilität. Vor dem Projektende im Herbst 2018 geben wir hier ein kurzes Update und laden interessierte Expertinnen zu einem Workshop am 5. Juli nach Salzburg ein. Im Projekt GISMO (Geographical Information Support for Healthy Mobility) wird erforscht, mit welchen gesundheitlichen Effekten bei aktiv zurückgelegten Arbeitswegen zu rechnen ist, wie die besten Routen im Sinne der Reiseeffizienz und einem Mindestmaß an körperlicher Aktivität berechnet und mit welchen Maßnahmen die gesundheitlichen Effekte im Rahmen eines betrieblichen Mobilitätsmanagements bestmöglich erzeugt werden können.

Interaktiver Webdemonstrator

Aktuell werden die verschiedenen Forschungsstränge zusammengeführt und in einem interaktiven Webdemonstrator aufbereitet. Eine erste Version davon konnte heuer im Rahmen der Transport Research Arena (TRA) nationalen und internationalen Fachleuten präsentiert werden (Bericht). Die dort erhaltenen Rückmeldungen wurden in einer neuen, verbesserten Version entsprechend berücksichtigt. Gerne würden wir die Informationsplattform ExpertInnen aus dem Bereich des betrieblichen Mobilitätsmanagements und der betrieblichen Gesundheitsförderung präsentieren und von ihnen evaluieren lassen. Dazu veranstaltet das GISMO Projektkonsortium am Donnerstag, 5. Juli 2018 einen ExpertInnen-Workshop im Rahmen einer internationalen Fachkonferenz. Gerne würden wir Sie dort zum weiteren Austausch treffen; die Einladung finden Sie HIER, spontane Anmeldungen sind noch möglich!

Screencast der Informationsplattform von GISMO

Modelle zur Umfeldbewertung und Routenoptimierung

Was steckt nun hinter dieser Anwendung zur Routenoptimierung, Berechnung des Gesundheitseffekts und Unterstützung bei der Maßnahmenfindung? Unter der Annahmen, dass Mobilitätsentscheidungen maßgeblich von der physischen Umgebung beeinflusst werden und vor dem Hintergrund der WHO Empfehlungen zu körperlicher Aktivität haben WissenschaftlerInnen von Z_GIS und dem Studio iSPACE der Research Studios Austria räumliche Modelle zur Umfeldbewertung und Routenoptimierung entwickelt. Entstanden sind dabei Werkzeuge zur Bewertung des Straßenraums hinsichtlich FußgängerInnen- und RadfahrerInnen-Freundlichkeit sowie zur Feststellung der Versorgungsqualität mit öffentlichem Verkehr (Ergebnisse werden auf der internationalen Fachkonferenz GI-Forum vorgestellt).

Die Routenoptimierung baut auf Funktionalitäten der Verkehrsauskunft Österreich (VAO) auf. Anstelle von pauschalen Mobilitätsempfehlungen sind mit dem entwickelten Ansatz individuelle Routenoptimierungen für PendlerInnen möglich. Je nach Wohnort und Arbeitsplatz und unter Berücksichtigung der vorhandenen Möglichkeiten, werden intermodale Routenempfehlungen, die jeweils ein Wegstück mit zumindest 10 Minuten körperlicher Aktivität beinhalten, erzeugt. Diese Empfehlungen werden in weiterer Folge mit Parametern für die zu erwartenden gesundheitlichen Effekte verbunden.

Informationsbasis für betriebliches Mobilitätsmanagement

Diese Maßzahlen wurden im Rahmen einer klinischen Interventionsstudie erhoben. Dabei sind 50 ProbandInnen (plus zusätzliche 20 ProbandInnen in einer Kontrollgruppe), die ihren Arbeitsweg primär mit dem Auto zurücklegten, durch gezielte Maßnahmen im Rahmen des betrieblichen Mobilitätsmanagements zum Umstieg auf aktive Pendelmobilität motiviert worden. Vor und nach dem Beobachtungszeitraum von einem Jahr wurden die ProbandInnen medizinisch untersucht. Dazwischen wurde die Pendelmobilität mittels Tagebuch und GPS-fähiger Fitnessuhren dokumentiert. Daraus lassen sich dann gesundheitliche Effekte der jeweiligen Maßnahmen bzw. des Pendelverhaltens ableiten. Die detaillierte Datenauswertung wird im Herbst 2018 vorliegen.

Um das Potenzial für Unternehmen und in weiterer Folge PendlerInnen nutzen zu können, wurden in die Informationsplattform auch Maßnahmenempfehlungen, inklusive Fördermöglichkeiten in Österreich, integriert. Damit steht eine insgesamt sehr umfassende Informationsbasis für das betriebliche Mobilitätsmanagement und die Gesundheitsförderung zur Verfügung. Die Integration mehrerer Dimensionen, sowie die spezifische Umfeldanalyse und individualisierte Routenoptimierung stellen wesentliche Innovationen dar.

Link zur Projekt-Website HIER

Das Projekt GISMO (FFG Nr. 854974) wird im Rahmen des Programms „Mobilität der Zukunft“ vom österreichischen Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie (BMVIT) gefördert. Am Projekt wirken die folgenden Konsortialpartner mit: (1) Universität Salzburg, Interfakultärer Fachbereich für Geoinformatik – Z_GIS (Koordinator), (2) Universitätspital Zürich – Universitäres Herzzentrum Zürich, Klinik für Kardiologie, (3) Trafficon – Traffic Consultants GmbH, (4) Research Studios Austria Forschungsgesellschaft mbH, Studio iSPACE, (5) Gemeinnützige Salzburger Landeskliniken Betriebsgesellschaft mbH, Universitätsinstitut für präventive und rehabilitative Sportmedizin, (6) HERRY Consult GmbH (ebenfalls Mitglied von Radkompetenz Österreich)

Veröffentlicht am 29. Juni 2018