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Erster Blick auf das neue Radhauptnetz Salzburg

Die Stadt Salzburg hat einen wichtigen Schritt zur weiteren Steigerung der Radverkehrs-Qualität gesetzt: Das zukünftige Radhauptnetz verbindet mehr als 100 Kilometer Radverkehrsanlagen zu neuer Qualität! Wir stellen hier erstmals das Gesamtkonzept für den Netzplan, der von Radkompetenz-Mitglied con.sens mobilitätsdesign federführend entwickelt wurde, in allen Details vor.

Wie berichtet, hat sich die Stadt Salzburg mit der im Jahr 2017 beschlossenen Radstrategie ambitionierte Ziele gesetzt: Der Fahrradanteil soll bis zum Jahr 2025 von derzeit 20 % auf mindestens 24 % steigen. Mit begleitenden Maßnahmen im Autoverkehr könnten bis zu 28 % Radverkehrsanteil erreicht werden. Die Planung für ein Radhauptnetz wurde 2018 samt Maßnahmenprogramm im Gemeinderat einstimmig beschlossen.

Ein zentrales Handlungsfeld der Radstrategie ist die Errichtung neuer Radwege, damit RadlerInnen eine sichere und komfortable Rad-Infrastruktur im gesamten Stadtgebiet zur Verfügung steht. Bereits jetzt bilden die Radrouten entlang der beiden Salzachufer das Rückgrat des Salzburger Radnetzes. Darüber hinaus umfasst das Radhauptnetz 12 Radialrouten ins Umland, 3 Ringrouten sowie eine Nord-Süd-Verbindung mit wichtiger Erschließungsfunktion bzw. Verbindungsfunktion universitärer Einrichtungen. Schematisch lässt sich das neue Netz so darstellen:

Diese Darstellung des zukünftigen Radhauptnetzes orientiert sich an ÖV-Netzplänen. So übersichtlich strukturiert wird der Salzburger Radverkehr in Zukunft ablaufen können: Drei zentrale Routen (S1 & 2 entlang der Salzach-Ufer und zusätzlich U1), drei konzentrische Ringrouten (R 1-3) und 12 radiale Zubringerrouten (H1-12 im Uhrzeigersinn).

Dem Radhauptnetz überlagert sind wichtige Radverbindungen mit besonderer Grünraum-Qualität, die sich zum Großteil mit Routen des Radhauptnetzes decken. Diese Rad­verbindungen mit besonderer Grünraum-Qualität haben eine erhöhte Bedeutung für den Freizeit­radverkehr und auch für den Alltagsradverkehr.


Langfristiges Ziel ist es, stadtweit ein Radnetz anzubieten, das ein sicheres und komfortables Befahren sowie ein zügiges Vorankommen für alle Nutzergruppen ermöglicht.


Das Radhauptnetz wurde hinsichtlich der Kriterien „Exposition gegenüber dem Kfz-Verkehr“ und „Zügiges Vorankommen“ analysiert um Routen mit bereits existierender hoher Qualität und solcher mit Verbesserungsbedarf zu identifizieren.

Mit Hilfe des Trassenbewertungstools des Urbanen Mobilitätslabors Salzburg (UML/rsa iSPACE) und eines Radverkehrsmodells des Radkompetenz-Mitglieds Universität Salzburg Z_GIS wurden die Radverkehrspotenziale der Radialrouten sowie ausgewählter Tangentialverbindungen ermittelt. Damit konnten prioritär zu optimierende bzw. neu zu schaffende Routen festgelegt werden. Das Radhauptnetz enthält einige visionäre Verbindungen mit hohem Radverkehrspotenzial und/oder strategischer Bedeutung wie zum Beispiel eine Unterführung nördlich des Salzburger Hauptbahnhofes zwischen den Stadtteilen Itzling und Schallmoos, eine durchgehende Radverbindung entlang des Glanbaches und eine Brücke über die Saalach nach Freilassing.

Das Maßnahmenprogramm 2025+ enthält Lückenschlüsse im Radnetz und Ausbauvorschläge für bestehende Radverkehrsanlagen, die den Ansprüchen an das Radhauptnetz nicht gerecht werden. Insbesondere entlang der Salzach sind einige Teilstücke wegen der hohen Radverkehrsstärken in den Spitzenstunden bereits an der Grenze der Leistungsfähigkeit – hier fahren in der Radsaison mehr als 15.000 RadlerInnen pro Tag. Für ein zügiges Vorankommen, Komfortsteigerungen und einer Erhöhung der Verkehrssicherheit sind diverse Maßnahmen notwendig. Es wird eine durchgehende Breite von mindestens 3 Meter zuzüglich seitlicher Sicherheitsabstände empfohlen.

Im Maßnahmenprogramm sind neben größeren baulichen Maßnahmen auch zahlreiche Kleinprojekte enthalten, die rasch umgesetzt werden können. Das sind beispielsweise die Einrichtung von Fahrradstraßen, Verbreiterung von Mehrzweckstreifen und Optimierungen von Rad-Querungen.

Darüber hinaus wird empfohlen, möglichst kurzfristig Radzählstellen auf allen wichtigen Routen im Radhauptnetz zu errichten, damit die Auswirkungen der Radstrategie 2025+ von Beginn an erfasst werden können.

Grafiken: con.sens verkehrsplanung zt gmbh 

Veröffentlicht am 15. April 2019