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Umfangreiche finanzielle Förderungen von Holland bis Portugal

Politischer Druck von Radfahrenden und politische Überzeugung von Entscheidungsträgern machen potente Förderpakete möglich, die den Radverkehr voran bringen können. Wir bringen dazu einen internationalen Überblick aktueller Entwicklungen: Frankfurt hat 21 Millionen Euro zugesagt, die Niederlande 75 Millionen Euro und auch Portugal investiert kräftig.

Frankfurter Radentscheid bringt Förderpaket

Die Stadt Frankfurt hat im Sommer ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Förderung des Radverkehrs beschlossen. Das 15-Seiten-Papier mit einem finanziellen Volumen von rund 21 Millionen Euro geht auf die Forderungen der Initiatoren des letztjährigen Bündnis Radentscheid zurück. Die konkreten Ergebnisse lassen aufhorchen: Bis 2023 soll es unter anderem mindestens 45 Kilometer neue oder umgestaltete Radwege geben. Neu- oder ausgebaute Radwege sollen künftig eine Breite von mindestens 2,30 Metern bei einer Fahrtrichtung haben.

Druck von Politik, Umweltschützern und den Radfahrern selbst war dazu nötig. Sogar das Umweltministerium hatte Druck auf die Stadt ausgeübt, um den Grenzwert für Stickstoffdioxid (NO2) in Frankfurt flächendeckend einzuhalten. Neben den fahrradfreundlichen Maßnahmen beschloss der Magistrat auch, dass die Parkgebühren in der Innenstadt von bisher drei auf vier Euro pro Stunde erhöht werden. Damit sollen mehr Pkw aus der Innenstadt verbannt und die FrankfurterInnen überzeugt werden, öfter auf öffentliche Transportmittel oder  auf Fahrräder umzusteigen.

Holland hat noch nicht genug

Der neue Klimavertrag der niederländischen Regierung soll den CO2-Ausstoß bis 2030 halbieren. Dafür ist unter anderem ein Förderpaket von 75 Millionen Euro für Radparken an ÖV-Schnittstellen, Transportrad-fähige Radwegenetze und verpflichtende Errichtung von Radinfrastruktur bei Großprojekten verabschiedet worden. Damit wird eindrucksvoll gezeigt, dass auch auf dem hohen Niveau der Radnation Nr. 1 weitere Ausbau-Investitionen nötig sind.

Lissabon legt nach

Die portugiesische Regierung hat im Juli eine nationale Fahrrad-Strategie beschlossen und darin das Ziel festgelegt, die vorhandenen Radwege bis 2030 um 400% zu vermehren. 8.000 Radwegkilometer soll es dann geben, zur Zeit sind es 2.000 Kilometer. Auch am anderen Ende der Radskala – Portugal hat nur 1% Radverkehrsanteil – wird also zielstrebig in klimafreundliche Mobilität investiert.

Dass riesige Unterschiede selbst zwischen aufstrebenden Fahrradstädten wie Berlin und den Weltbesten liegen, zeigt diese Grafik von Katapult.de

Veröffentlicht am 4. Oktober 2019