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Neues aus Niederösterreich: Radschnellwege und Regionalkonzept

Unter dem Motto „Fit für die Zukunft – Fit in die Zukunft“ setzt das Land Niederösterreich umfangreiche Maßnahmen für aktive Mobilität um. Ein Schlüsselprojekt im Bereich des Radverkehrs werden hierbei hochwertige Radschnellwege sein. Das Radkompetenz Mitglied Verracon GmbH begleitet den Prozess fachlich. Für den Alltagsverkehr im Weinviertel hat unser Mitglied con.sens mobilitätsdesign ein regionales Radroutenkonzept entwickelt.

Potenzialanalyse für Radschnellwege in Niederösterreich

Fast ein Drittel aller Wege der NiederösterreicherInnen sind zwischen 2,5 und 10 km, von den Arbeitswegen immerhin noch 23%. Hier besteht großes Potenzial für den Radverkehr, wenn schnelle, durchgängig befahrbare Radinfrastruktur zur Verfügung steht. Der Trend zu E-Bikes und die zu beobachtende massive Steigerung der durchschnittlichen Wegelänge in den letzten 10 Jahren sprechen ebenfalls für bessere Angebote auf mittellangen Strecken. Die Radschnellwege für mittlere bis längere potenzialstarke Strecken setzen genau in diesem Segment an.

Als höchstrangige, qualitativ hochwertige Radinfrastruktur mit besonderen Ausbaustandards machen Radschnellwege das Radfahren auf den potenzialstärksten Routen in allen Hauptregionen besonders attraktiv. Als Kernelement künftiger Alltagsmobilität werden sie das Aushängeschild der niederösterreichischen Radinfrastruktur. Bis 2030 werden 200 km Radschnellwege geschaffen. Für eine priorisierte Umsetzung der Radschnellwege wird ein gesondertes Förderregime mit erheblich gesteigerten Fördersätzen geschaffen.

Ausschnitt aus dem Potenzialmodell von Verracon für Radschnellwege in NÖ.

Radkompetenz Mitglied Verracon erstellte ein Potenzialmodell, um geeignete Räume und Streckenkorridore nach unterschiedlichen Nachfrageindikatoren für Alltagswege und unter Einbeziehung von Distanzen und Topografie zu identifizieren. Anhand von ausgewählten Pilotregionen werden nun – auf Basis der künftigen RVS Radverkehr und internationaler Best Practice – Kriterien für die Routenfestlegung und Qualitätsstandards für die bauliche Ausführung der Radschnellwege erarbeitet und pilothaft angewandt.

Als zusätzlicher Schub für diese hochrangige Radinfrastruktur kann der neue Förderschwerpunkt von 50% Zuschuss für Radschnellwege des BMK / klimaaktiv mobil gelten – Infos hier bei uns.

Regionale Radrouten für das Mobility.Lab Niederösterreich

Ein Mobilitätskonzept als Alternative zur Auto-Abhängigkeit im ländlichen Raum entsteht: Das Land Niederösterreich hat im Weinviertel im Gebiet von Wolkersdorf bis Gänserndorf und Bad Pirawarth ein innovatives Mobilitätskonzept ins Leben gerufen. Im 11 Gemeinden umfassenden „Mobility.Lab Niederösterreich“ haben PlanerInnen, GemeindevertreterInnen und interessierte BürgerInnen unter Federführung des Landes in gemeinsamen Workshops Alternativangebote zum privaten Auto erarbeitet. Das Mobility.Lab umfasst ein neues regionales Buskonzept, E-Carsharing, Radboxen sowie ein Konzept für den Alltagsradverkehr.

Alle diese neuen Angebote werden unter der Marke „Lisa“ präsentiert, um die Sichtbarkeit für die BürgerInnen zu erhöhen. Radkompetenz-Mitglied con.sens mobilitätsdesign hat ein regionales Radroutenkonzept für den Alltagsverkehr entwickelt. Ziel war die lückenlose Vernetzung der Ortszentren untereinander sowie Radrouten zu den Bahnhöfen und den neuen „mobility hubs“, also Mobilitätsknoten, mit Busstationen und E-Carsharing.

Vor-Ort-Befahrung der con.sens Verkehrsplaner mit Bürgern

GemeindevertreterInnen und interessierte BürgerInnen wurden in die Planung aktiv miteinbezogen, vor allem durch gemeinsame Vor-Ort-Befahrungen. So gelang es ein Netz zu konzipieren, das durch den Ausbau landwirtschaftlicher Güterwege vorwiegend abseits stark befahrener Straßen verläuft und trotzdem kurze, direkte Radverbindungen anbietet. Für das Radroutenkonzept hat con.sens mobilitätsdesign eine Prioritätenreihung und eine Kostenschätzung inklusive Fördervorschlag erstellt. Noch heuer sollen die ersten neuen Radwege gebaut werden.

Lückenschlusskonzepte im Gebiet zwischen Wolkersdorf und Gänserndorf verbessern auch den Anschluss an die Bahn.

Programm „Fit für die Zukunft – Fit in die Zukunft“

Aufbauend auf internationalen Best Practice Beispielen und den Erkenntnissen aus dem „Expertenforum Mobilität“ wurde vom Land Niederösterreich, das mit seiner Initiative „RADLand Niederösterreich“ auch Fördermitglied der Radkompetenz Österreich ist, ein umfassendes Bündel an Maßnahmen entwickelt, um ein sicheres und attraktives Umfeld zu schaffen, das zum Zufuß gehen und Radfahren einlädt.

Flexibilität und Schnelligkeit werden darin als wesentliche Stärke des Radfahrens gesehen. Radfahren genießt zudem steigendes Prestige und ein hochwertiges Rad wird zuneh-mend als Statussymbol gesehen. Wesentliche Anreize für den Umstieg wären aus Sicht der NutzerInnen der Bau von sicherer, getrennter und qualitativ hochwertiger Infrastruktur sowohl fürs Zufußgehen als auch Radfahren. Verkehrsberuhigende Maßnahmen leisten ebenfalls einen Beitrag zu mehr Sicherheit.

Download der „Fit für die Zukunft – Fit in die Zukunft“ Broschüre (erstellt von Verracon)

Veröffentlicht am 19. Juni 2020