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Elf Radschnellweg-Regionen für Niederösterreich

Das RADLand Niederösterreich setzt den nächsten Schritt zur Schaffung hochrangiger Radinfrastruktur für den Alltagsradverkehr zwischen Gemeinden: Mobilitäts-Landesrat Ludwig Schleritzko präsentierte elf Radschnellweg-Regionen und ein neues Fördermodell. Die Vorarbeiten für die Radschnellwegkonzeption leistete Radkompetenz-Mitglied Verracon durch eine Potenzialanalyse. Wir zeigen die elf ausgewählten Routenkorridore, die bis 2030 gebaut werden sollen.

Niederösterreich steht als größtes Bundesland mit weiten Pendlerstrecken vor großen Herausforderungen im Spannunsgfeld Klimakrise und Verkehr.  Die Landeseregierng setzt sich hohe Ziele: „Konkret bedeutet das statt derzeit 22 Prozent sollen 2030 mehr als 40 Prozent aller Wege mit dem Fahrrad, dem E-Bike, dem Roller beziehungsweise zu Fuß absolviert werden. Das Land Niederösterreich erarbeitete daher eine Strategie Aktive Mobilität, die bis zum Frühjahr 2021 Grundlagen für die Stärkung des Rad- und Fußgängerverkehrs schaffen soll“, so Landesrat Schleritzko. Ein Mittel zum Zweck: Radschnellwege und entsprechend hohe Förderungen.

Potenzialanalyse ergibt Zielregionen für 200 km Radschnellwege

Als höchstrangige, qualitativ hochwertige Radinfrastruktur mit besonderen Ausbaustandards machen Radschnellwege das Radfahren auf den potenzialstärksten Routen in allen Hauptregionen besonders attraktiv. Sie sollen als Kernelement künftiger Alltagsmobilität das Aushängeschild der niederösterreichischen Radinfrastruktur werden – Zielsetzung: Bis 2030 sollen 200 km Radschnellwege geschaffen werden. Radkompetenz Mitglied Verracon erstellte dafür ein Potenzialmodell, um geeignete Räume und Streckenkorridore nach unterschiedlichen Nachfrageindikatoren für Alltagswege und unter Einbeziehung von Distanzen und Topografie zu identifizieren (wir haben hier berichtet)

Das Ergebnis sind elf Regionen, in denen es ein besonders hohes Potenzial zur Nutzung dieser hochrangigen Radinfrastruktur gibt:

  1. Zentralraum-Achse St. Pölten – Lilienfeld
  2. Zentralraum-Achse Pressbaum – Wien.
  3. Wiener Neustadt – Baden – Mödling – Wien
  4. Route von Neunkirchen nach Gloggnitz
  5. Weinviertel: Stockerau – Korneuburg – Wien
  6. Gänserndorf – Deutsch-Wagram – Wien
  7. Waldviertel  Gmünd – Schrems
  8. Mautern – Krems – Hadersdorf
  9. Mostviertel:  Emmersdorf – Melk – Loosdorf
  10. Persenbeug – Ybbs – Wieselburg
  11. Waidhofen an der Ybbs – Kematen -Amstetten

Förderung in den ländlichen Regionen

„Wir wollen auch in den ländlichen Gebieten für eine Attraktivierung sorgen“, kündigte Landesrat Schleritzko an. Hier beträgt die Fördersumme für sogenannte Rad-Basisnetze bis zu 70 Prozent der Investitionen, wie auch der ORF berichtete. „Wir sprechen von Förderquoten in Höhe von 60 bis 80 Prozent für die Regionen im Land, bei denen das größte Potenzial zur Erhöhung des Radverkehrsanteils besteht.“ Um ein Projekt erfolgreich für eine Förderung einzureichen, müssen drei von sechs Kriterien erfüllt werden:

  • Lückenschluss darstellen
  • Anknüpfung an bestehende Verbindungen bieten
  • Anbindung an einen Bahnhof oder Busknoten liefern
  • Ortsteile oder Katastralgemeinden verbinden
  • Alltagseinrichtungen wie Schule oder Nahversorgung als Ziel- oder Quellpunkt haben
  • Gefahrenstellen entschärfen

Alle Informationen zu Radschnellwegen und Förderungen finden Sie hier bei der Dokumentation der RADLand Akademie vom 22.10.2020. bzw. in der Aufzeichnung der RADLakademie auf YouTube.

Foto: Peter Provaznik / Grafik: Land NÖ & Radkompetenz

Veröffentlicht am 21. Oktober 2020