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Förderoffensive Radverkehr: bis zu 100% Förderung!

Drei große Förderschienen der Bunderegierung für Radverkehrsprojekte sind heuer erstmals in einem Umfang für Betriebe und Gemeinden verfügbar, der durch eine Kombination sogar die maximale Förderquoten von bis zu 100% für Radschnellwege ermöglicht! Wir stellen die Förderinstrumente übersichtlich dar und erklären zentrale Begriffe von Umweltdeckel bis Gemeindemilliarde. Investitionen in die Mobilitätswende machen sich bezahlt!

Neben den drei Bundesförderungen gibt es noch eine Fülle an Landesföderungen, die wir durch ihre Vielfalt nicht hier auflisten können. Dazu kommt noch die sogenannte „ELER“-Förderschiene der EU zur Stärkung ländlicher Gebiete, die in die klimaaktiv mobil Radverkehrsförderung in Gemeinden mit weniger als 30.000 EinwohnerInnen einfließt. Wir haben diese Förderlandschaft in wenigen Seiten für Sie und Ihre Gemeinde oder Betrieb in diesem Leitfaden zusammengefasst und stellen diese Zusammenfassung hier dar.

Radförderung für Gemeinden

Das Bundesministerium für Klimaschutz (BMK) investiert 2020 mehr  als 40 Mio. Euro in den Ausbau und die Verbesserung des Radverkehrs sowie klimafreundliches Mobilitätsmanagement in Österreich vermittels des Programms Klimaaktiv mobil – Mobiltätsmanagement und Radverkehr. Dieser Betrag wurde auch für 2021 erneut sichergestellt.

Gefördert werden Radverkehrs-Projekte standardmäßig mit 20 % der förderungsfähigen Kosten. Zusätzliche Förderboni von max. +10 % der förderungsfähigen Kosten sind möglich, das ergibt bis zu 30% Förderung. Besondere Konditionen gibt es für für Radschnellverbindungen. Mit bis zu 50% der förderungsfähigen Kosten werden Investitionen in diese hochwertigen Radwege gefördert. Diese setzen sich zusammen aus den Kosten für die Anlage sowie für Planung und Bau. Die Förderquote betrifft die Nettokosten der Maßnahmen.

Um Gemeinden bei Investitionen zu unterstützen, hat die Bundesregierung das Gemeindepaket konzipiert. Das eine Milliarde Euro schwere Bundesgesetz zur Unterstützung von kommunalen Investitionen 2020 ist mit 1. Juli 2020 in Kraft getreten. Gemeinden können zur Errichtung, Sanierung und Instandhaltung von Radverkehrs- und Fußwege bis zu 50% Förderung lukrieren. Daraus ergibt sich der eingangs erwähnte Vollfördrungseffekt: klimaaktiv-Förderung für Radschnellwege plus KIP ergeben bis zu 100% Förderung!

Umwelteffekt zählt im Radverkehr

Besonderen Vorrang gibt das BMK im klimaaktiv-Programm durch den Umwelt- und Gesundheitseffekt bei Radinfrastrukturprojekten: in dieser Kategorie wird  der dreifache Wert (1.800 €) pro eingesparter Tonne CO2 angesetzt, und ein Gesundheitseffekt von 6 € pro vermiedenem Kfz-Kilometer als Gesundheitsnutzen. Das zeigen wir in dieser Modellrechnung:

Sonderfall Radschnellverbdindungen: die Kriterien

Für eine Förderung muss die Radschnellverbindung laut klimaaktiv-Kriterien folgende Eigenschaften aufweisen:

  • mindestens 5 Kilometer lang, und in den Planungsdokumenten des Bundeslandes festgelegt
  • Wirkungsabschätzung mit einem Potential von mindestens 2.000 Radfahrenden pro 24h
  • Direkte, weitgehend Umweg- und steigungsfreie Linienführung
  • Niveaufrei mit dem KFZ-Verkehr bzw. Bevorrangung an niveaugleichen Kreuzungen
  • Verkehrsraumbreite muss bei einem Zweirichtungsradweg ≥ 4,0 m, bei einem Einrichtungsradweg ≥ 2,0 m je Fahrtrichtung#
  • Sichere Befahrbarkeit auch bei hohen Geschwindigkeiten (Projektierungsgeschwindigkeit 30 km/h)
  • Zulässig sind Kurvenradien von mindestens 20 Meter, in Kreuzungsbereichen (Projektierungsgeschwindigkeit 20km/h) können diese auf 8 Meter reduziert werden
  • Steigung max. 6%
  • Schutzstreifen zur KFZ-Fahrbahn bei straßenbegleitendem Radweg;
  • Parkstreifen sind neben dem Radfahrstreifen bei Radschnellverbindungen nicht zulässig
  • Hohe Belagsqualität (Asphalt oder Beton)
  • Markierung von Randlinien
  • Begleitender Gehweg mit taktiler oder baulicher Trennung

Radförderung für Betriebe

Die klimaaktiv-Förderung zielt auch auf Betriebe ab, ebenfalls mit bis zu 30% Förderung. Dazu kommt die aws Investitionsprämie für Unternehmen. Grundsätzlich werden dabei  7% der Investitionskosten übernommen, Aufwände für umweltfreundliche Mobilitätslösungen werden mit bis zu 14% gefördert. Die Förderung richtet sich an alle Betriebe aller Größen.

Im Bereich Ökologisierung können 14% für Anschaffung von neuen Elektro-Fahrrädern und neuen Fahrrädern sowie für Investitionen zur Forcierung des Radverkehrs und der aktiven Mobilität (Radwege, Radabstellanlagen, innerbetriebliche E-Ladestationen, Wegweisung
und Informationssysteme, Leiteinrichtungen und Bodenmarkierungen,
Dauerzählstellen und Einrichtung eines Radverleihs) erhalten werden.

Gebündelte Informationen

Dieser Überblick kann nicht alle Feinheiten des Fördersystems wiedergeben und stellt eine Momentaufnahme dar. Aktuelle Infos bitte immer bei den jeweils angeführten Förderberatungsstellen einholen.

 

 

 

Veröffentlicht am 24. Oktober 2020