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KlimaKonkret macht Gemeinden und Städte klimafit!

Um Österreichs Gemeinden und Städte bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen gibt es eine neue Initiative: KlimaKonkret möchte  am Beispiel einer prototypischen, österreichischen Gemeinde aufzeigen, welche konkreten Möglichkeiten für die Klimawandelanpassung zur Verfügung stehen und bietet eine zentrale Anlaufstelle für interessierte Gemeinden. Radkompetenz-Mitglied con.sens mobilitätsdesign hat für die Initiative das Mobilitätsthema ausgearbeitet.

Konkrete Schritte gegen die Klimakrise setzen

KlimaKonkret will basierend auf einer Idee von André Heller und unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Alexander Van der Bellen alle österreichischen Gemeinden ansprechen, um Klimawandelanpassungsmaßnahmen umzusetzen, und dabei Unterstützung anzubieten.

Die Initiative soll eine  konkrete Ansprechstelle für Gemeinden sein, bei der von Möglichkeiten bezüglich Förderungen bis hin zur konkreten Umsetzung von Projekten alle Informationen bereit stehen. Finanziell wird das Projekt durch den österreichischen Klima-und Energiefond und der “The Innovation in Politics Institute GmbH” unterstützt. Theresia Vogel, Geschäftsführerin des Klima- und Energiefonds, sagte dazu bei der Präsentation im November: „Mit dem KlimaKonkret-Plan halten EntscheidungsträgerInnen nun eine Orientierungshilfe in Händen, die zeigt, was Kommunen für ihre klimafitte Zukunft tun können.“

Um den menschengemachten Klimawandel in den Griff zu bekommen, müssen zwei Strategien gleichzeitig verfolgt werden: Klimaschutzmaßnahmen, um die Temperaturerhöhung zu begrenzen, und Anpassungsmaßnahmen an die bereits spürbaren Folgen des Klimawandels. Der KlimaKonkret-Plan hat anhand einer prototypischen österreichischen Gemeinde ausgearbeitet, welche Maßnahmen zur Klimawandelanpassung gesetzt werden können. Schwerpunkte werden unter folgenden Handlungsfeldern fokussiert:

  • Mobilität
  • Grünräume
  • Bauen & Siedlungsentwicklung
  • Wasser

Im interdisziplinäre Team der Initiative ist auch Radkompetenz Mitglied con.sens mobilitätsdesign aktiv vertreten und gemeinsam mit Weatherpark GmbH, Raumposition und 3:0 Landschaftsarchitektur verantwortlich für die grundlegende Konzeption von KlimaKonkret, deren inhaltliche Erarbeitung und die wissenschaftliche Begleitung. Die ExpertInnen von con.sens arbeiteten unter anderem folgende Maßnahmenvorschläge im Bereich Mobilität für eine klimafitte Gemeinde aus:

Thema Verkehr: Straßenräume fair teilen

75 % der gesamtem Verkehrsflächen in Österreich stehen für den Autoverkehr zur Verfügung, doch nur 50%aller Wege werden im Auto zurückgelegt.  Erst wenn FußgängerInnen, RadfahrerInnen oder BenutzerInnen des öffentlichen Verkehrs entsprechender Raum zur Verfügung steht, lassen sich alternative Wege sicher und attraktiv zurücklegen. Daher gilt es, die Fahrbahnbreiten und die Geschwindigkeiten sowie Stellplätze in Straßenräumen zu reduzieren – zugunsten von Geh- und Radwegen und attraktiverem, öffentlichem Raum.

Mobilitätsvielfalt schaffen

KlimaKonkret empfiehlt die Schaffung von bedarfsorientierten Mobilitätsangeboten um eine möglichst große Mobilitätsvielfallt zur erreichen. Neben Elektromobilität und Leihsysteme (BikeSharing, CarSharing etc.) soll auch der öffentliche Verkehr sowie des Rad- und Fußwegenetzes ausgebaut werden. Eine konkrete Maßnahme dafür wären Mobility Hubs (Mobilitätsstation). Diese vereinen unterschiedliche Mobilitätsangebote an einem Standort.  Idealerweise können alle Mobilitätsangebote über eine einzige Mobilitätskarte gebucht werden, die gleichzeitig auch als Ticket für den öffentlichen Verkehr dient.

Lastenräder und E-Bikes für alle!

Eine gute Alternative zum Auto stellen E-Bikes und Lastenräder dar. Leihsysteme für Lastenräder oder E-Bikes liegen voll im Trend. Sie könnten günstig für all jene zur Verfügung stehen, die es benötigen.

Regionale Radverbindungen errichten

Um den Umstieg auf das Fahrrad zu attraktiveren sollte auch ein regionales Radwegenetz mit umliegenden Gemeinden entwickelt werden. Ein positiver Nebeneffekt dieser Klimamaßnahmen liegt in der Förderung von Kooperationen zwischen benachbarten Gemeinden.

Fuß-/Radwege und Wartebereiche einladend gestalten

Wenn Fuß- und Radwege beschattet, begrünt und im Idealfall sogar vom motorisierten Verkehr baulich getrennt werden, lässt man sein Auto eher stehen und legt Wege aktiv zurück. In der Umsetzung sollten essentielle Verbindungen, wie die Wege zu Bahnhöfen, Park&Ride-Anlagen und öffentlichen Einrichtungen (Schulen, Sport, Freizeit, Amtswege), priorisiert werden. Und auch die Wartebereiche bei Bus oder Bahn sollten beschattet und so attraktiv wie möglich gestaltet sein.

Service-Center und 30.000 Faltpläne

Insgesamt wurden 30.000 Faltpläne an die österreichischen Gemeinden verschickt, sie zeigen anhand einer prototypischen österreichischen Gemeinde auf, wie eine klimafitte Gestaltung gelingen kann. André Heller meint dazu: „Dieser Plan enthält die Informationen, was man bei Bauvorhaben tun kann und wohin sich die 2.100 Gemeinden hinbewegen können“. Das Service-Center des Climate Change Centre Austria steht für Fragen zur Verfügung. Das CCCA ist Netzwerkagent und Sprachrohr der österreichischen Klima- & Klimafolgenforschung sowie Ansprechpartner in Klimawandelfrage. Gemeinden und interessierte Personen können direkt Kontakt mit den ExpertInnen aufnehmen und erhalten sowohl Erstberatung als auch ausführlichere Lösungsansätze.

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Veröffentlicht am 9. Dezember 2020