Fahrrad auf Abonnement nun auch in Österreich

Fahrrad auf Abonnement nun auch in Österreich

Sie sind in den Niederlanden als erfolgreiche Alternative zum Kauf eines eigenen Fahrrades bereits etabliert, nun ist das Konzept in Österreich angekommen: für einen monatlichen Fixpreis bekommt man ein Fahrrad zur Verfügung gestellt. Reparatur, Abholung sowie Versicherung sind im Preis inkludiert. Die Nachfrage steigt international kontinuierlich, so hat die Financial Times beispielsweise das holländische Abo-Fahrrad Start-up Swapfiets kürzlich in die Top 10 der am schnellsten wachsenden Unternehmen Europas aufgenommen. Neben Swapfiets bieten seit diesem Frühjahr auch EDDI Bike und Bike Gorillaz ihre Dienste in Wien an. Was können Fahrräder auf Abonnement?

Radkompetenz Mitglied Radlobby hat die drei Mietrad-Anbieter in Wien begutachtet. Wir bringen eine kurzen Auszug aus dem Test mit weiterführenden Links.

Swapfiets bringt niederländisches Know-How

Das erfolgreiche niederländische Unternehmen Swapfiets gibt es bereits in mehreren europäischen Städten, wie beispielsweise Amsterdam, Barcelona, Berlin oder Paris. Die auffälligen Holland-Räder mit dem blauen Vorderreifen kann man in unterschiedlichen Ausführungen mieten. Mit dem Schließen des Kreislaufs von Reparaturen, Wiederverwendung, Instandsetzung und Recycling beweist die Fahrradmitgliedschaft von Swapfiets, dass auch Fahrräder zirkulärer und nachhaltiger werden und damit zu lebenswerteren Städten beitragen können. Eine kürzlich durchgeführte Produktlebenszyklus-Analyse des beliebtesten Swapfiets-Modell ergab eine Zirkularität von 88%, deutlich mehr als vergleichbare Premium-Citybikes der Linearwirtschaft erreichen können.

Neben Singlespeed- und 7-Gang-Variante wird bald auch eine E-Bike-Version verfügbar sein. Alle Modelle haben einen Unisex-Rahmen,  sind mit Licht, Nabendynamo und Ringschloss ausgestattet. Das extra Kettenschloss ist essentiell für die Höhe des Selbstbehalts bei Diebstahl: 40 Euro statt bis zu 400 Euro.

Fahrrad auf Abonnement nun auch in Österreich

Im Test der Radlobby überzeugen die Räder durch ihre Wendigkeit: „Die gute Übersetzung macht ein Beschleunigen auf der Geraden sehr einfach. Dem Modell „Original“ jedoch würde gerade in Wien mit seinen doch nicht von der Hand zu weisenden Steigungen ein größeres Ritzel nicht schaden. Das Modell „Deluxe 7″ hingegen bietet alles, was ein bequemes Stadtrad haben sollte: An Ampeln und Steigungen kommt man mit den kleinen Gängen leicht los. Auf der Geraden kann man in den höheren Gängen ziemlich flott dahin düsen, während man dank der aufrechten Sitzhaltung einen guten Überblick über das Verkehrsgeschehen hat.“ Mehr Infos hier bei Radlobby Wien.

EDDI Bike setzt auf Recycling

Das Wiener Start Up EDDI wurde von vier Studienkollegen im Jänner 2021 gegründet. Businesskunden wie Lieferservices oder die ÖBB sind bereits an Bord. EDDI steht für die englischen Wörter „ecological, diverse, dynamic, innovative.“ Kaputte Fahrräder werden repariert und wieder in Umlauf gebracht. Sozial benachteiligte Gruppen werden in das Unternehmen integriert und soziale Projekte unterstützt. Für NutzerInnen gibt es Monats-Abos oder Jahresabos. Sollte das Rad eine Reparatur brauchen oder gestohlen werden, wird es innerhalb von 48 Stunden repariert oder ersetzt. Im Falle eines Diebstahls fällt eine Bearbeitungsgebühr von 80€ an.

EDDI Test

Nur die 3-Gang-Nabenschaltung macht dem Radlobby Testteam Sorgen: „Wien ist nicht Utrecht und hat doch ein paar Steigungen! Im Praxistest überrascht das Rad mit seiner Agilität mit gleichzeitigem sicheren Grip durch die breiten Reifen. Auf der Geraden fährt es sich angenehm flüssig, auch kleine Steigungen bezwingt man damit locker, gröbere Steigungen möchten wir allerdings nicht unbedingt täglich mit diesem Rad zurück legen müssen, es sei denn wir wollen das Krafttraining gleich in die Alltagswege einbauen.“ Bis Ende des Jahres will man auf 1.000 Stück Räder aufstocken, dann soll es auch 7 Gang Modelle geben, ebenso sind E-Bikes geplant. Mehr Infos hier.

Bike Gorillaz setzt auf E-Power

Das Start-Up Bike Gorillaz setzt auf den Verleih von E-Mountainbikes und E-Trekkingbikes für Erwachsene und Kinder. Gründer Arjun Ahluwalia ist früher nur mit dem Auto und dem Motorrad unterwegs gewesen und entdeckte erst im Corona Lockdown seine Liebe zum Fahrrad. Die Laufzeit eines Abos  beträgt zwischen sechs und achtzehn Monaten, bei Kinderrädern drei oder sechs Monate. Inkludiert sind Kosten für Versicherung, Bringservice, Ersatz von Verschleißteilen sowie für sämtliche Servicekosten bis einschließlich 1.300 gefahrene Kilometer. Bei Diebstahl muss man keinen Selbstbehalt zahlen. Nach Abo-Ablauf kann das Rad gekauft werden.

Fahrrad auf Abonnement nun auch in Österreich

Das Radlobby-Testresumée: „Als Hardtail verzichtet das E-Mountainbike auf den Hinterrad-Dämpfer. So ist es schlanker und leichter, alltagstauglicher und natürlich auch günstiger. Für Menschen, die offroad auf leichten Trails ihren Spaß suchen, ist dieses Rad genau richtig. Im Uphill schiebt der Motor kraftvoll an und dank der komfortablen Sitzposition sind auch lange Uphills kein Problem. Das einzige Minus stellt die Federgabel dar.“ Mehr zum Test hier.

Fotos: Ines Ingerle, Radlobby

Veröffentlicht am: 3. Juni 2021Kategorien: Fahrrad & Bekleidung, Supporter & Initiatives

Radkompetenz-Mitglieder in diesem Artikel:

Mehr von diesen Mitgliedern:

Diesen Artikel teilen:

Fahrrad auf Abonnement nun auch in Österreich

Diesen Artikel teilen:

Fahrrad auf Abonnement nun auch in Österreich

Sie sind in den Niederlanden als erfolgreiche Alternative zum Kauf eines eigenen Fahrrades bereits etabliert, nun ist das Konzept in Österreich angekommen: für einen monatlichen Fixpreis bekommt man ein Fahrrad zur Verfügung gestellt. Reparatur, Abholung sowie Versicherung sind im Preis inkludiert. Die Nachfrage steigt international kontinuierlich, so hat die Financial Times beispielsweise das holländische Abo-Fahrrad Start-up Swapfiets kürzlich in die Top 10 der am schnellsten wachsenden Unternehmen Europas aufgenommen. Neben Swapfiets bieten seit diesem Frühjahr auch EDDI Bike und Bike Gorillaz ihre Dienste in Wien an. Was können Fahrräder auf Abonnement?

Radkompetenz Mitglied Radlobby hat die drei Mietrad-Anbieter in Wien begutachtet. Wir bringen eine kurzen Auszug aus dem Test mit weiterführenden Links.

Swapfiets bringt niederländisches Know-How

Das erfolgreiche niederländische Unternehmen Swapfiets gibt es bereits in mehreren europäischen Städten, wie beispielsweise Amsterdam, Barcelona, Berlin oder Paris. Die auffälligen Holland-Räder mit dem blauen Vorderreifen kann man in unterschiedlichen Ausführungen mieten. Mit dem Schließen des Kreislaufs von Reparaturen, Wiederverwendung, Instandsetzung und Recycling beweist die Fahrradmitgliedschaft von Swapfiets, dass auch Fahrräder zirkulärer und nachhaltiger werden und damit zu lebenswerteren Städten beitragen können. Eine kürzlich durchgeführte Produktlebenszyklus-Analyse des beliebtesten Swapfiets-Modell ergab eine Zirkularität von 88%, deutlich mehr als vergleichbare Premium-Citybikes der Linearwirtschaft erreichen können.

Neben Singlespeed- und 7-Gang-Variante wird bald auch eine E-Bike-Version verfügbar sein. Alle Modelle haben einen Unisex-Rahmen,  sind mit Licht, Nabendynamo und Ringschloss ausgestattet. Das extra Kettenschloss ist essentiell für die Höhe des Selbstbehalts bei Diebstahl: 40 Euro statt bis zu 400 Euro.

Fahrrad auf Abonnement nun auch in Österreich

Im Test der Radlobby überzeugen die Räder durch ihre Wendigkeit: „Die gute Übersetzung macht ein Beschleunigen auf der Geraden sehr einfach. Dem Modell „Original“ jedoch würde gerade in Wien mit seinen doch nicht von der Hand zu weisenden Steigungen ein größeres Ritzel nicht schaden. Das Modell „Deluxe 7″ hingegen bietet alles, was ein bequemes Stadtrad haben sollte: An Ampeln und Steigungen kommt man mit den kleinen Gängen leicht los. Auf der Geraden kann man in den höheren Gängen ziemlich flott dahin düsen, während man dank der aufrechten Sitzhaltung einen guten Überblick über das Verkehrsgeschehen hat.“ Mehr Infos hier bei Radlobby Wien.

EDDI Bike setzt auf Recycling

Das Wiener Start Up EDDI wurde von vier Studienkollegen im Jänner 2021 gegründet. Businesskunden wie Lieferservices oder die ÖBB sind bereits an Bord. EDDI steht für die englischen Wörter „ecological, diverse, dynamic, innovative.“ Kaputte Fahrräder werden repariert und wieder in Umlauf gebracht. Sozial benachteiligte Gruppen werden in das Unternehmen integriert und soziale Projekte unterstützt. Für NutzerInnen gibt es Monats-Abos oder Jahresabos. Sollte das Rad eine Reparatur brauchen oder gestohlen werden, wird es innerhalb von 48 Stunden repariert oder ersetzt. Im Falle eines Diebstahls fällt eine Bearbeitungsgebühr von 80€ an.

EDDI Test

Nur die 3-Gang-Nabenschaltung macht dem Radlobby Testteam Sorgen: „Wien ist nicht Utrecht und hat doch ein paar Steigungen! Im Praxistest überrascht das Rad mit seiner Agilität mit gleichzeitigem sicheren Grip durch die breiten Reifen. Auf der Geraden fährt es sich angenehm flüssig, auch kleine Steigungen bezwingt man damit locker, gröbere Steigungen möchten wir allerdings nicht unbedingt täglich mit diesem Rad zurück legen müssen, es sei denn wir wollen das Krafttraining gleich in die Alltagswege einbauen.“ Bis Ende des Jahres will man auf 1.000 Stück Räder aufstocken, dann soll es auch 7 Gang Modelle geben, ebenso sind E-Bikes geplant. Mehr Infos hier.

Bike Gorillaz setzt auf E-Power

Das Start-Up Bike Gorillaz setzt auf den Verleih von E-Mountainbikes und E-Trekkingbikes für Erwachsene und Kinder. Gründer Arjun Ahluwalia ist früher nur mit dem Auto und dem Motorrad unterwegs gewesen und entdeckte erst im Corona Lockdown seine Liebe zum Fahrrad. Die Laufzeit eines Abos  beträgt zwischen sechs und achtzehn Monaten, bei Kinderrädern drei oder sechs Monate. Inkludiert sind Kosten für Versicherung, Bringservice, Ersatz von Verschleißteilen sowie für sämtliche Servicekosten bis einschließlich 1.300 gefahrene Kilometer. Bei Diebstahl muss man keinen Selbstbehalt zahlen. Nach Abo-Ablauf kann das Rad gekauft werden.

Fahrrad auf Abonnement nun auch in Österreich

Das Radlobby-Testresumée: „Als Hardtail verzichtet das E-Mountainbike auf den Hinterrad-Dämpfer. So ist es schlanker und leichter, alltagstauglicher und natürlich auch günstiger. Für Menschen, die offroad auf leichten Trails ihren Spaß suchen, ist dieses Rad genau richtig. Im Uphill schiebt der Motor kraftvoll an und dank der komfortablen Sitzposition sind auch lange Uphills kein Problem. Das einzige Minus stellt die Federgabel dar.“ Mehr zum Test hier.

Fotos: Ines Ingerle, Radlobby

Radkompetenz-Mitglieder in diesem Artikel:

Mehr von diesen Mitgliedern: